Über Marion Mischke – Schriftkünstlerin und Buchbinderin

Marion Mischke, Schriftkünstlerin und Buchbinderin, Inhaberin von Refugium Artes

Marion Mischke

Schriftkünstlerin. Buchbinderin. Seit einem Moment im Jahr 2002.

Eine Biographie zwischen Federhalter und Buchrücken. Zwischen Tinte und Leinen. Ein Weg, der mit einer Ausstellung begann und noch lange nicht zu Ende ist.

Der Beginn

Eine Ausstellung, zwei Künstler

Im Jahr 2002 besuchte ich eine Ausstellung. Ich blieb stehen. Zwei Schriftkunst-Künstler arbeiteten dort an ihren Blättern, und was ich sah, ließ mich nicht mehr los. Der Fluss der Feder. Die Haltung der Hand. Die Art, wie aus einer einzigen Linie ein Wort entsteht.

Im November desselben Jahres saß ich selbst an einem Schreibtisch. Mein erster Kurs. Schwerpunkt: Anglaise, die elegante französische Schreibschrift. Und das Gefühl: wie eine Erstklässlerin. Schwung für Schwung. Übung für Übung. Geduld, Hingabe, Wiederholung.

Bei nichts anderem kann ich die Welt so vergessen wie bei der Schriftkunst.

Seit diesem Tag im Jahr 2002 habe ich die Feder nicht mehr aus der Hand gelegt. Über zwanzig Jahre des Übens, Vertiefens und Weiterlernens. Schriftkunst ist für mich eine ausdrucksvolle und nachhaltige Form der Kommunikation, die ich kontinuierlich und mit Gefühl weiterentwickle.

Das Handwerk

Zwei Wege, eine Praxis

Seit 2002

Schriftkunst

Federhalter, Tinte, Papier. Aus einer einzelnen Linie wird ein Buchstabe, aus einem Buchstaben ein Wort, aus einem Wort ein Werk. Ich arbeite in historischen Schriftstilen wie Anglaise und Copperplate, in Unziale und humanistischer Kursive, in Fraktur und Jugendstilschrift. Und in modernen, eigenen Formen.

Seit 2020

Buchbindekunst

2020 kam das Buch dazu. Art-Journals. Junk-Journals. Handgebundene Bücher in Vintage-Charakter. Was zunächst eine Ergänzung zur Schriftkunst schien, wurde für mich zu einer eigenständigen zweiten Säule. Heute bilden Schrift und Bindung in meinem Atelier eine gemeinsame handwerkliche Praxis.

Das Lernen

Wege und Lehrer

Um meine Techniken und Fertigkeiten in den verschiedenen Schreibstilen weiterzuentwickeln, habe ich über die Jahre Workshops und Kurse bei namhaften Schriftkünstlern besucht.

  • Andreas Lux Unziale, humanistische Kursive, Neuland, englische Schreibschrift, Fraktur
  • Michael Kern Anglaise
  • Hertha Spiegel Pinselschrift
  • Mike Meyer Handlettering
  • Joachim Propfe Magie des Kreises, Jugendstilschrift
  • Sabine Danielzig Copperplate, Vergoldung
Die Haltung

Meditation in schönster Form

Wenn ich meine Feder schwungvoll über das Papier begleite, wenn einzelne Buchstaben zu Wörtern werden, die auf edlem Papier mit kostbaren Tinten ihre Vollendung finden, dann weiß ich wieder, warum ich diese Arbeit liebe. Es ist eine Form der Ruhe, die sich in jedem Ergebnis wiederfindet. In jedem Buch, das aus meinem Atelier kommt. In jedem Schriftblatt, das eine Widmung trägt.

Es ist eine Arbeit, bei der Zeit anders vergeht. Bei der die Welt für einen Moment kleiner wird und der Blick auf das, was gerade entsteht, alles andere überdeckt.

„Die Ruhe dieser Arbeit erfüllt das ganze Wesen mit einer umfassenden Zufriedenheit, wo Zeit und Raum für kurze Zeit weggewischt.“ Andreas Schenk

Im Fernsehen

Ein Besuch im Atelier

Das Bayerische Fernsehen war zu Gast in meinem Atelier. Der Beitrag aus der Sendung „Wir in Bayern“ zeigt einen Ausschnitt meiner Arbeit mit der Schriftkunst. Ein besonderer Moment: die handbeschriebenen Weihnachtskugeln.

Häufige Fragen

Was Sie über meine Arbeit wissen sollten

Antworten auf die Fragen, die mir im Gespräch mit Interessenten immer wieder begegnen.

Seit wann arbeiten Sie als Schriftkünstlerin?

Ich widme mich der Schriftkunst seit 2002. Den Anstoß gab die Beobachtung zweier Schriftkunst-Künstler bei einer Ausstellung. Im November desselben Jahres belegte ich meinen ersten Kurs mit Schwerpunkt auf der Schrift Anglaise.

Welche Schriftstile beherrschen Sie?

Ich arbeite in zahlreichen historischen und modernen Schriftstilen: Anglaise, Copperplate, englische Schreibschrift, Unziale, humanistische Kursive, Fraktur, Neuland, Jugendstilschrift. Dazu Pinselschrift, Handlettering und eigene freie Formen. Die Wahl des Stils richtet sich nach Anlass, Text und Papier.

Wann kam die Buchbindekunst dazu?

2020. Ursprünglich als Ergänzung zur Schriftkunst begonnen, wurde die Buchbindekunst schnell zu einer eigenständigen zweiten Säule meines Schaffens. Heute entstehen in meinem Atelier Junk Journals, Art Journals, Vintage-Bücher, Gästebücher, Hochzeitsalben, Fotoalben und Rezeptbücher.

Bei welchen Lehrern haben Sie Ihre Schriftkunst vertieft?

Über die Jahre habe ich Workshops und Kurse bei mehreren namhaften Schriftkunst-Meistern besucht. Andreas Lux unterrichtete mich in Unziale, humanistischer Kursive, Neuland, englischer Schreibschrift und Fraktur. Michael Kern gab mir die Anglaise weiter. Hertha Spiegel lehrte Pinselschrift, Mike Meyer Handlettering. Joachim Propfe vermittelte die Magie des Kreises und die Jugendstilschrift. Bei Sabine Danielzig lernte ich Copperplate und Vergoldung.

Wo befindet sich Ihr Atelier?

Mein Atelier Refugium Artes steht im Allgäu. Hier entstehen alle handgebundenen Bücher und Schriftblätter in Einzelarbeit. Besuche sind nach vorheriger Vereinbarung möglich.

Was macht Ihre Arbeit besonders?

Jedes Werk aus meinem Atelier ist ein Unikat. Es gibt keine Serien, keine Vorlagen, keine Kopien. Für jedes Werk wähle ich Papiere, Tinten, Schriftstile und Einbandmaterialien einzeln aus. Eine Besonderheit: Ich fertige auch Bucheinbände aus mitgebrachten Stoffen meiner Auftraggeber, etwa aus Kleidungsstücken, Seidenschals, Kissenbezügen oder Tischdecken.

Kann ich eine Auftragsarbeit in Auftrag geben?

Ja, gerne. Jede Arbeit beginnt mit einem Gespräch über Anlass, Format, Materialien und Gestaltung. Nach einem verbindlichen Angebot und einer Anzahlung beginnt die Fertigung. Die Zeit bis zur Fertigstellung liegt je nach Umfang zwischen einer und mehreren Wochen.

Der Horizont

Das nächste Kapitel

Mein Atelier Refugium Artes steht heute im Allgäu. Hier entstehen meine Bücher, hier schreibe ich meine Schriftblätter, hier beginnt jedes Gespräch mit einer Kundin oder einem Kunden.

Und doch liegt in der Ferne ein Gedanke, der immer wieder an die Tür klopft. Der Wunsch nach einem Ort, an dem die Ruhe noch tiefer ist. An dem die Arbeit Platz hat. An dem Licht anders fällt und die Zeit ein anderes Maß bekommt. Mein Refugium wird wachsen. Wohin, und wann, wird sich zeigen.

Bis dahin: weiter Schrift für Schrift, Bogen für Bogen, Buch für Buch.

In Verbindung bleiben

Ein Werk, eine Frage, ein Gespräch

Jede Arbeit beginnt mit einem Gespräch. Wenn Sie ein Werk in Auftrag geben möchten oder eine Frage zu den Arbeiten aus meinem Atelier haben, schreiben Sie mir gerne direkt.

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